Depression: Wenn Traurigkeit krank macht

Es beginnt zunächst als Phasen der Traurigkeit, kann sich aber über einen gewissen Zeitraum zu einer schweren Depression entwickeln – der Übergang ist fließend und es gibt zahlreiche Abstufungen von einer leichten bis hin zu einer schweren Depression. Die Depression ist ein komplexes Krankheitsbild – was sind die Ursachen und Symptome? Und wie sieht eine Therapie aus?

Nach Schätzung der WHO ist die Depression weltweit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen und steht im Jahr 2020 an zweiter Stelle, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mit den höchsten medizinischen und ökonomischen Belastungen.

Ursachen der Depression:

–          Genetische Ursachen

–          Neurochemische Faktoren mit einer Störung des serotonalen und noradrenalen Systems

–          Hormonelle Umstellung nach der Geburt (Wochenbettdepression)

–          Neurologische Erkrankungen wie u.a. Parkinson, Schlaganfall, Epilepsie

–          Herzkreislauferkrankungen, z.B. nach einem Herzinfarkt

–          Vitamin-, Folsäuremangel

–          Schilddrüsenerkrankungen, z.B. eine Unterfunktion der Schulddrüse

–          Saisonalbedingte Depression, z.B. aufgrund der überwiegenden Dunkelheit im Winter

–          Virus-Infektionen

–          Medikamente, z.B. ß-Blocker (Bluthochdruck), Antibiotika, Glukokortikoide (Kortison)

Symptome der Depression:
Es gibt verschiedene Abstufungen des Krankheitsbildes und die Symptome sind von Patient zu Patient sehr individuell verschieden ausgeprägt: es gibt leichte depressive Verstimmungen, mittelschwere Formen und sehr schwere Depressionen, die mit einer Gefahr zum Suizid einhergehen.

Ein charakteristisches Symptom, besonders am Anfang der Entstehung, ist eine ständige Schuldsuche bei sich selbst und nicht bei äußeren Umständen, was dann mit einer Hoffnungslosigkeit einhergeht. Es kann zudem zu einer Schlaflosigkeit kommen, es entsteht eine Überforderung mit dem Alltag über eine längere Zeit oder es wird übertrieben auf Kleinigkeiten reagiert.
Typisch für eine schwere Depression ist, dass die betroffenen Menschen wie versteinert und gefühllos wirken. Innerlich bewegt sich nichts mehr, es wird keine Anteilnahme am Geschehen, dass sie umgibt, gezeigt und Weinen als Reaktion auf die Traurigkeit ist auch nicht mehr möglich.

Leitsymptome einer Depression sind gedrückte Stimmung, Interesselosigkeit, verminderter Antrieb.

Allgemeinsymptome, die mit einer Depression einher gehen können:

–          Schlafstörungen und morgendliches Früherwachen

–          Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Durchfall

–          Libidoverlust

–          Unruhe, Angst, Herzjagen, Schwindel

–          Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

–          Grübelneigung

–          Suizidgedanken

–          Körperliche Beschwerden, z.B. Schmerzen

Therapieansätze:
Die Depression ist eine behandelbare Erkrankung mit einer guten Prognose.

–          Medikamentöse Behandlung im akutem Stadium und bei mittelschwerer bzw. schwerer
Depression ist die Therapie der 1. Wahl.

–          Phytotherapie mit Johanneskraut erreicht jedoch nicht die Wirkung moderner
Antidepressiva und wird deshalb bei leichter bis mittelschwerer Depression eingesetzt.

–          Psychotherapie wie z.B. die Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische orientierte
Therapien sind bei leichten bis mittelschweren Depressionen einer medikamentösen
Behandlung ebenbürtig.

Gute Ergebnisse werden mit einer gleichzeitigen, medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung erzielt.

Alternative Therapien:
Bei leichten Depressionen haben alternative Heilmethoden ihren Stellenwert in der klinischen Praxis. Bei schweren Depressionen mit Suizidgefahr hingegen sind Alternativtherapien nicht angezeigt und kommen nur als begleitende Maßnahme in Frage.

Mögliche alternative Therapien im Rahmen von leichten depressiven Verstimmungen:

–          Akupunktur

–          Audiovisuelle und elektrische Stimulation

–          Hypnose

–          Lichttherapie

–          Biofeedback

–          Entspannungsverfahren

 

INFO: Stiftung Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de

Ziel dieser Internetplattform ist, eine Verbesserung der Situation depressiver Menschen. Im Diskussionsforum ist es möglich, sich mit Betroffenen und Angehörigen auszutauschen zu Themen wie: der Umgang mit der Krankheit, Pharmakotherapie, Psychotherapie, andere Therapieverfahren und vieles mehr. Die Diskussionen werden von Fachleuten moderiert.

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