Allergien: alle Jahre wieder grüßt die Pollensaison

Endlich, heute ist offizieller (astronomischer) Frühlingsanfang! Der lange Winter ist vorbei, eine neue Jahreszeit beginnt und die Tage werden heller und freundlicher. Das sollte doch ein wahrer Grund zur Freude sein. Für viele Allergiker trifft das leider nicht ganz zu, so ist die quälende Pollenzeit mit viel schniefen, triefen und niesen nicht nur auf das Frühjahr begrenzt, sondern zieht sich häufig über den Sommer bis hin zum Herbst, je nachdem auf welche Pollen oder Gräser der Betroffene reagiert.

Fehleinschätzung des Immunsystems
Wer ist denn nun Freund und wer ist Feind? Mit dieser elementaren Frage setzt dich unser Immunsystem ständig auseinander, doch leider kommt es bei Allergien zu einer Fehleinschätzung und die daraus resultierende Folge ist längst bekannt: eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel werden plötzlich als Feinde deklariert und die lösen eine Immunantwort aus, wie sie bei Bakterien, Viren oder anderen Krankheitserregern üblich ist – die Symptome bei Heuschnupfen gleichen schließlich oft auch denen einer Erkältung.

Die Ursachen für die „Volkskrankheit“ Allergie sind sowohl klimatische Veränderungen (globale Erwärmung), die eine längere Pollensaison bedingen, als auch Feinstaub, der die Schleimhäute reizt und sie empfindlicher gegenüber äußeren Reizen macht. Auch hohe Hygienestandarts in Industrieländern bewirken ein „fehlendes“ Training gegenüber allergieauslösenden Stoffen und so richtet sich das Immunsystem gegen harmlose Stoffe.

Therapiemöglichkeiten:
Vermeidung oder Konfrontation? Mit einer Hyposensibilisierung („unempfindlicher machen“) wird versucht, den Körper über einen längeren Zeitraum an das Allergen zu gewöhnen und damit die allergische Reaktion abzubauen. Das geschieht, indem das Immunsystem mit kleinen Mengen des Allergieauslösers konfrontiert wird. In mehreren Schritten wird die Dosis erhöht, bis das Immunsystem nicht mehr so heftig reagiert. Diese Behandlungsmethode sollte rechtzeitig in den Wintermonaten begonnen werden und die Behandlungsdauer ist individuell unterschiedlich, weil sie von verschiedenen Faktoren abhängt wie der Stärke der Allergie, das Alter des Patienten oder die Art des Allergens.

Alternative Heilmethoden: die Akupunktur eignet sich sowohl zur chronischen Behandlung als auch in akuten Phasen. Auch eine Konstitutiopnsbehandlung in klassischer Homöopathie stellt eine gute Alternative für die Behandlung von Heuschnupfen dar, wenn sie von einem erfahrenen Homöopathen durchgeführt wird.

Alltags-Tipps für Allergiker
Damit sich betroffene Allergiker in der Pollenzeit nicht so hilflos fühlen, können viele verschiedene Verhaltensregeln im Alltag helfen, Symptome zu lindern oder erträglicher zu machen:

Saisonaler Heuschnupfen
▪ In Apotheken gibt es Kalender, in der die allergene Belastung über das ganze Jahr genau aufgelistet ist, wann die Pollenbelastung am höchsten ist, damit Sie den  Pollen aus dem Weg gehen können
▪ Aktuelle Auskunft zum Pollenflug erhalten Sie  über regionale Radiosender oder das Internet. Telefonisch gibt
auch der Polleninformationsdienst Auskunft.
▪ Warmes, trockenes und windiges Wetter verstärkt den Pollenflug: vermeiden Sie an diesen Tagen längere
Aufenthalte im Freien und halten Sie ihre Fenster geschlossen
▪ Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Es ist ratsam, sich zur individuellen Pollenflugzeit bei geschlossenen Fenstern und Türen im Haus aufzuhalten
▪ Autofahrer: Pollenfilter in die Lüftungsanlage ihres Autos einbauen lassen und Autofenster geschlossen halten
▪ Haare waschen, bevor  Sie sich ins Bett legen, damit die Bettwäsche pollenfrei bleibt
▪ Brillengläser regelmäßig reinigen
▪ Kleidung die am Tag getragen wurde nicht im Schlafzimmer ablegen und Wäsche nicht auf dem Balkon oder im Freien trocknen lassen
▪ Bäume, Sträucher und Gräser,  auf die Sie allergisch reagieren,  aus dem Garten entfernen und Rasen kurz mähen
▪ Rauchen vermeiden: Rauchen reizt zusätzlich die Schleimhaut und kann erleichtert den Angriff der Allergene auf die Schleimhaut
▪ Tagerhythmus auf die Pollenhöchstwerte ausrichten: der Pollenflug in der Stadt ist in der Regel abends am stärksten – lieber die Fenster geschlossen halten und früh Morgens lüften

Hausstauballergie
▪ Allergene Belastung in der Wohnung gering halten
▪  Der allergene Hausstaub, besonders im Schlafzimmer, kann durch milbenundurchlässiger Matratzenüberzüge und Vermeidung staubfangender Gegenstände wie Plüschtiere, offene Bücherregale, Vorhänge und
Teppiche vermindert werden.
▪ Plüschtiere können durch Einfrieren in der Tiefkühltruhe in einer Plastiktüte zuverlässig „entmilbt“ werden. An kalten Wintertagen wird das Bettzeug auch durch Auslüften auf dem Balkon milbenfrei.

Nahrungsmittelallergien
Vermeiden Sie die Nahrungsmittel, auf die Sie reagieren. Achten Sie auch auf die „versteckten“ Zutaten, die sich in ihren Mahlzeiten  befinden könnten, z.B. in Fertiggerichten und fragen Sie im Restaurant nach, was sich genau in den Mahlzeiten befindet.

Foto: Ies
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Originaldatei: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alcea_rosea2_ies.jpg

                                                                                               

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