Cannabis als Medizin: Gegen Schmerzen und andere Leiden

Das Kölner Verwaltungsgericht hat am Dienstag, den 22. Juli 2014 entschieden, dass chronisch schwererkrankte Menschen in Zukunft und in Ausnahmefällen, Cannabis für therapeutische Zwecke, in den eigenen vier Wänden anbauen dürfen. Ein gutes und wichtiges Urteil für betroffene Menschen, die dadurch ihre Leiden lindern können.

Forscher und Ärzte schreiben der Hanfpflanze ein hohes medizinisches Potenzial zu, denn einige Substanzen in der Pflanze haben eine erstaunliche medizinische Wirksamkeit. Die wesentlichen Inhaltsstoffe sind Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), die für die schmerzlindernde, entzündungshemmende und nervenschützende Wirkung bekannt sind. Etwas weniger bekannt ist allerdings noch das Zusammenspiel der weiteren 600 Substanzen, die der Pflanze innewohnen.

In welchen medizinischen Bereichen findet Cannabis Verwendung?
Verwendung in der Medizin findet Cannabis hauptsächlich zur Schmerzlinderung. Aber auch in anderen Bereichen hat die Wirkung von Cannabis großen therapeutischen Nutzen. So profitieren u.a. Krebspatienten während der Chemotherapie von der Einnahme, um häufige Begleitsymptome wie Übelkeit und Brechreiz entgegenzuwirken und den verloren gegangenen Appetit anzuregen. Das betrifft auch andere Erkrankungen, die mit einer großen Gewichtsabnahme und Appetitverlust einhergehen, wie beispielsweise bei AIDS.

Bei Menschen, die an Multiple Sklerose erkrankt sind, hilft Cannabis gegen die Schmerzen, Krämpfe und Spasmen. Zudem kann die Beweglichkeit der Betroffenen verbessert werden, was wiederum zu mehr Lebensqualität führt. Auch bei Arthritis und anderen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis, können die Beschwerden gelindert werden.

Es gibt noch viele andere Bereiche, bei denen Cannabis eingesetzt werden kann. So wird der Droge eine Senkung des Augeninnendrucks nachgesagt, was wiederum nützlich zur Behandlung des Glaukoms ist, der mit einer Erhöhung des Augeninnendrucks und einer folgenden Zerstörung des Sehnervs einhergeht.

Eine weitere Wirkung ist eine Erweiterung der Bronchien, was wiederum bei asthmatischen Erkrankungen hilfreich sein kann, wenn die Einnahme selbstverständlich nicht als Joint, der geraucht wird, stattfindet.

Die entzündungshemmende Wirkung von Cannabis kommt auch Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulzerosa zugute.

Nicht zu vergessen ist die stimmungsaufhellende Wirkung von Cannabis, die letztendlich jedem chronisch schwer Erkrankten gut tut, besonders dann, wenn keine Heilung mehr möglich ist und die Einnahme zu mehr Lebensqualität führt.

Die Datenlage mag zwar nach wie vor sehr mager aussehen, die Wirkung und Erfahrung betroffener Menschen zur Linderung ihrer Beschwerden zeigen jedoch das wichtige therapeutische Potential der Pflanze.

Marijuana

 

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