Ayurveda: Lehre von Gesundheit, Krankheit und Heilung

Im Westen wird unter „Ayurveda“ häufig eine wohltuende, entspannte Wellness-Behandlung verstanden: sich einfach für einen kurzen Nachmittag in einem schicken Spa mit wohlduftenden Öl-Massagen oder Stirngüssen verwöhnen lassen. Dagegen ist an sich auch nichts einzuwenden, nur hat das wenig mit Ayurveda im eigentlichen Sinn zu tun. Hinter einer richtigen Ayurveda-Kur steckt so viel mehr und eine mindestens 3-wöchige Kur erfordert eine gehörige Portion Disziplin.

Ayurveda (Wissen vom Leben) ist die älteste, aus Indien stammende Lehre von Gesundheit, Krankheit und Heilung. Die Schriften entstanden zwischen 1500 v. Chr. und 800 n. Chr. und beinhalten um die 20 klassischen Verfahren, die im Ayurveda Anwendung finden. Diese Verfahren setzten sich zusammen aus physikalischen Therapien (Massagen, Bäder), Entspannungsmethoden (Meditation, Yoga, Atemarbeit), sowie Verordnungen von pflanzlichen oder mineralischen Präparaten.

Fünf Elemente und drei Lebenskräfte (Doshas):
Die Ayurveda-Welt wird in fünf Wandlungsphasen gegliedert, die sich in allem Lebendigen in verschiedener Ausprägung finden und alles durchdringen – sowohl die Sinne als auch die Handlungen. Es sind die Elemente: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Diese Elemente manifestieren sich wiederum in unserem Körper in den Lebenskräften Vata, Pitta und Kapha und regeln damit alle körperlichen und geistigen Funktionen.

Vata: repräsentiert Raum und Luft mit den Eigenschaften beweglich, schnell, leicht, kalt, rau, trocken
Pitta: steht für Wasser und Feuer und ist heiß, scharf, leicht, sauer, durchdringend, leicht ölig
Kapha: repräsentiert die Erde und ist strukturgebend, schwer, ölig, langsam, kalt, stabil, fest, träge

Die drei Doshas stellen somit die Bewegung, Energie und Struktur des Menschen dar. Krankheit entseht nach der Lehre des Ayurvedas dann, wenn ein oder mehrere Doshas im Ungleichgewicht zueinander stehen – eine Vermehrung oder Verringerung führt zur Erkrankung des Menschen.
Das Ziel der Ayurveda-Kur ist es, das Gleichgewicht zwischen den Lebenskräften in Einklang zu bringen, was eine Stärkung der Konstitution, Verdauung und Entgiftung beinhaltet. Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden mit dem Prozess angeregt.

Ablauf einer ayurvedischen Behandlung:
In der ersten Phase einer Kur stehen Reinigungsverfahren an, bestehend aus Ölbehandlungen, Stirngüssen, Einläufe und andere abführende Maßnahmen, sowie Dampfbädern, die den Körper von Giftstoffen befreien sollen. Dieser Reinigungsprozess setzt sich aus folgenden drei Schritten zusammen:

Ganzkörper-Ölmassagen, damit Giftstoffe aus dem Gewebe gezogen werden
Dampfbäder und Schwitzkuren
Ausleitende Verfahren wie z.B. Einläufe, damit die Giftstoffe den Körper verlassen.

Diese Entgiftungskur ist die Basis für alle weiteren Behandlungen im Ayurveda. Für eine ganzheitliche Behandlung folgt nun eine individuelle Ernährungsberatung, die Verordnung von speziellen Medikamenten und Meditationsverfahren.
Die Ernährung besteht aus Nahrungsmitteln, die dem Konstitutionstypen entsprechen, was im Vorfeld in einer Anamnese festgestellt wird. Es hängt also davon ab, ob man eher der Vata-Typ ist oder der Pitta- bzw. Kapha-Typ.

Indikationen für eine Ayurveda-Behandlung:
▪ Herz-Kreislauf-Erkrankungen
▪ Rheumatische Beschwerden
▪ Gicht
▪ Asthma
▪ Verdauungsstörungen, Verstopfung
▪ Migräne
▪ Allergien
▪ Hauterkrankungen
▪ Depressionen
▪ Stärkung der Abwehrkräfte
▪ Entschlackung der Organe
▪ in Form einer Schmerztherapie

Kontraindiziert sind folgende Erkrankungen:
▪ akute Krankheiten, die moderne Notfallmaßnahmen erfordern
▪ alle Erkrankungen, die Operation notwendig machen
▪ schwere Erkrankungen, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen

Mehr Informationen zum Thema Ayurveda gibt es auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda: http://www.ayurveda.de/


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